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Selbstliebe – die Rückkehr zu dem, was immer in dir war

Autorenbild: Eleonora Hammer
Eleonora Hammer
9. Aug.
11 Min. Lesezeit

Ich habe in den letzten Tagen sehr viel über die Liebe nachgedacht. Nicht nur über die romantische Liebe zwischen zwei Menschen, sondern über die Liebe als etwas viel Grösseres, als etwas, das meiner Empfindung nach überhaupt nicht erst zwischen zwei Menschen entstehen muss, weil sie schon vorher da ist. Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass wir Menschen uns unser ganzes Leben lang auf die Suche nach etwas machen, das wir eigentlich nie verloren haben.


Vielleicht ist genau das eine der grössten Erfahrungen unseres Menschseins: Wir vergessen, wer wir wirklich sind, und verbringen anschliessend einen grossen Teil unseres Lebens damit, uns daran wieder zu erinnern.



Wir kommen auf diese Erde und erleben uns als einzelne Menschen. Wir haben unseren Körper, unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere ganz persönliche Geschichte. Wir lernen sehr früh, dass es ein „Ich“ und ein „Du“ gibt, dass da draussen andere Menschen sind und dass wir von ihnen etwas bekommen oder verlieren können. Wir erfahren Nähe und Trennung, Zugehörigkeit und Ablehnung, Liebe und Liebesentzug. Und irgendwann beginnen wir, aus diesen Erfahrungen ein Bild von uns selbst zu formen.


Wenn wir oft genug erleben, dass Menschen uns verlassen, kann sich in uns die Überzeugung bilden, dass wir nicht liebenswert genug sind. Wenn wir häufig kritisiert werden, glauben wir vielleicht irgendwann, dass mit uns etwas nicht stimmt. Wenn wir erleben, dass unsere Bedürfnisse zu viel für andere sind, beginnen wir, unsere Bedürfnisse selbst als zu viel zu empfinden. Und wenn wir immer wieder das Gefühl bekommen, dass wir uns die Liebe eines anderen Menschen verdienen müssen, kann es passieren, dass wir irgendwann gar nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt, einfach nur deshalb liebenswert zu sein, weil wir existieren.


Genau hier beginnt für mich das Thema Selbstliebe.

Und vielleicht ist Selbstliebe etwas ganz anderes, als wir häufig denken.


Was Selbstliebe wirklich bedeutet

Wenn wir von Selbstliebe sprechen, denken viele Menschen zunächst an Selbstfürsorge, Wellness, einen schönen Abend für sich, ein gutes Essen oder darum, sich selbst etwas Schönes zu kaufen. Natürlich kann all das wunderbar sein und durchaus ein Ausdruck von liebevoller Selbstbehandlung sein. Aber Selbstliebe geht für mich sehr viel tiefer.


Selbstliebe bedeutet nicht, dass ich mich jeden Tag grossartig finden muss. Sie bedeutet auch nicht, dass ich jede Eigenschaft an mir mögen muss oder dass ich keine Schwächen mehr haben darf. Und schon gar nicht bedeutet sie, dass ich mich über andere stellen muss, um meinen eigenen Wert zu erkennen.


Selbstliebe beginnt vielmehr dort, wo ich aufhöre, mich selbst abzulehnen.

Das klingt zunächst vielleicht ganz einfach, aber wenn wir wirklich ehrlich mit uns sind, erkennen wir oft, wie viele Bedingungen wir an unsere eigene Liebe geknüpft haben. Wir sagen uns vielleicht: Ich kann mich lieben, wenn ich schlanker bin. Ich kann mich lieben, wenn ich erfolgreicher bin. Ich kann mich lieben, wenn ich endlich meine Ängste überwunden habe. Ich kann mich lieben, wenn ich nicht mehr so emotional reagiere. Ich kann mich lieben, wenn ich meine Vergangenheit verarbeitet habe. Ich kann mich lieben, wenn ich jemandem gefalle.


Aber das ist keine bedingungslose Liebe.

Das ist ein Handel.

Und Liebe handelt nicht.

Liebe sagt nicht: „Wenn du dich veränderst, darfst du dich lieben.“

Liebe sagt: „Ich sehe dich genau so, wie du jetzt bist, und ich bleibe bei dir.“

Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln sollen. Im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass echte Selbstliebe uns überhaupt erst ermöglicht, uns zu verändern. Wenn wir uns selbst ständig ablehnen, entsteht Veränderung häufig aus Druck, Scham oder dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Wenn wir uns hingegen annehmen, entsteht Entwicklung aus einem ganz anderen Raum. Dann verändern wir uns nicht mehr, weil wir uns loswerden wollen, sondern weil wir uns selbst so wichtig geworden sind, dass wir uns etwas Gutes tun möchten.

Das ist ein gewaltiger Unterschied.


Warum wir die Liebe so oft im Aussen suchen

Ich glaube, dass wir Menschen dazu neigen, im Aussen nach dem zu suchen, was wir in uns selbst nicht spüren können. Wenn ich mich selbst nicht wertvoll fühle, wünsche ich mir jemanden, der mir meinen Wert bestätigt. Wenn ich mich selbst nicht halten kann, sehne ich mich nach jemandem, der mich hält. Wenn ich mich selbst nicht verstehe, hoffe ich darauf, dass ein anderer Mensch mich vollkommen versteht.

Und wenn ich mir selbst keine Liebe geben kann, wird die Sehnsucht nach einem Menschen, der mich liebt, manchmal beinahe übermächtig.


Dann wird Beziehung schnell zu etwas, das eine innere Lücke schliessen soll.

Wir hoffen, dass ein Partner uns endlich das Gefühl gibt, genug zu sein. Wir wünschen uns, dass er bleibt, damit wir uns sicher fühlen. Wir brauchen seine Nachrichten, seine Aufmerksamkeit, seine Berührung und seine Bestätigung, weil wir uns ohne diese Dinge vielleicht wieder mit unserem eigenen Gefühl von Mangel konfrontiert sehen.


Das ist so menschlich, und ich möchte darüber überhaupt nicht urteilen.

Gerade wenn man sehr tief fühlt und sehr viel Liebe zu geben hat, kann die Sehnsucht nach Gegenseitigkeit unglaublich stark sein. Ich kenne das aus meinem eigenen Leben sehr gut. Wenn ich liebe, dann liebe ich tief. Ich öffne mein Herz, ich schenke Vertrauen, ich bin loyal und ich möchte dem Menschen an meiner Seite wirklich begegnen. Und wenn diese Liebe nicht erwidert wird oder wenn sie plötzlich entzogen wird, entsteht natürlich ein Schmerz, der weit über die konkrete Situation hinausgehen kann.


Denn manchmal berührt ein aktueller Verlust eine viel ältere Wunde.

Dann trauern wir nicht nur um diesen einen Menschen. Wir fühlen vielleicht all die anderen Momente mit, in denen wir uns schon einmal ungeliebt, verlassen oder nicht wichtig genug gefühlt haben.

Und genau deshalb können bestimmte Erfahrungen in unserem Leben so stark auf uns wirken.


Vielleicht wiederholen sich manche Themen, damit wir tiefer schauen

Ich habe mich lange gefragt, warum mir das Thema des Liebesentzuges so häufig begegnet ist. Schon in meiner Kindheit gab es Erfahrungen, die mir gezeigt haben, dass Liebe nicht immer verfügbar ist. Später begegnete mir dieses Thema in meinen Beziehungen immer wieder.


Heute möchte ich nicht mehr ausschliesslich fragen, warum andere Menschen mir diese Erfahrungen gemacht haben. Ich möchte auch fragen, was diese Erfahrungen mir über mich selbst zeigen wollten.

Vielleicht besteht eine Aufgabe unseres Lebens manchmal darin, genau an den Stellen zu wachsen, an denen wir uns besonders verwundbar fühlen.


Vielleicht wollte meine Seele nicht, dass ich ein Leben lang nach Menschen suche, die mir beweisen, dass ich liebenswert bin. Vielleicht wollte sie mich irgendwann an den Punkt führen, an dem ich erkenne, dass diese Liebe nicht von einem anderen Menschen kommen kann.

Denn einen anderen Menschen können wir nicht steuern.


Wir können nicht bestimmen, wie tief dein Gegenüber fühlt, ob er ehrlich ist, ob er bleibt oder ob er uns das geben kann, was wir brauchen. Wir können auch nicht erzwingen, dass jemand unsere Liebe erwidert. Und so schmerzhaft diese Erkenntnis sein kann, liegt darin gleichzeitig eine grosse Befreiung.


Denn wenn mein Glück davon abhängt, ob ein anderer Mensch mich liebt, gebe ich diesem Menschen einen Teil meiner eigenen Macht.

Wenn ich aber beginne, mir selbst Liebe zu geben, verändert sich etwas Grundlegendes.

Dann darf ein anderer Mensch mich lieben, ohne dass ich diese Liebe brauche, um meinen eigenen Wert zu kennen.


Selbstliebe beginnt mit Selbstannahme

Für mich ist Selbstannahme deshalb einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Selbstliebe.

Wir können uns nicht wirklich lieben, wenn wir ständig gegen uns kämpfen.

Wenn du deinen Körper ablehnst, weil er nicht so aussieht, wie du möchtest, kannst du versuchen, ihn mit positiven Affirmationen zu überschütten. Aber vielleicht ist der erste Schritt nicht, plötzlich zu behaupten, dass du deinen Körper wunderschön findest. Vielleicht ist der erste Schritt viel ehrlicher und gleichzeitig viel liebevoller: „Das ist mein Körper. Er trägt mich durch dieses Leben. Er hat mich durch all meine Erfahrungen getragen. Ich muss ihn heute nicht mehr bekämpfen.“


Wenn du deine Vergangenheit ablehnst, musst du nicht sofort sagen, dass du für alles dankbar bist, was dir passiert ist. Du darfst anerkennen, dass manche Dinge wehgetan haben. Selbstliebe bedeutet nicht, dass wir unser Leid schönreden. Sie bedeutet, dass wir aufhören, uns selbst für das Leid zu bestrafen.


Und wenn du Seiten an dir hast, die du nicht magst, dann darfst du auch dort beginnen, neugierig zu werden. Du kannst dich fragen: Warum bin ich so? Woher kommt dieses Verhalten? Was versucht dieser Teil von mir eigentlich zu schützen?


Vielleicht wirst du feststellen, dass hinter vielen Dingen, die wir an uns ablehnen, einmal ein Bedürfnis gestanden hat. Vielleicht war die Kontrolle ein Versuch, Sicherheit zu bekommen. Vielleicht war die Eifersucht eine Angst vor Verlust. Vielleicht war die Härte ein Schutz vor Verletzlichkeit. Vielleicht war das Bedürfnis, es allen recht zu machen, einmal die einzige Möglichkeit, sich Zugehörigkeit zu sichern.

Wenn wir beginnen, uns selbst auf diese Weise zu verstehen, verändert sich unser innerer Umgang mit uns.


Aus Verurteilung kann Mitgefühl werden.

Und Mitgefühl ist eine Form von Liebe.


Wie wir Selbstliebe wieder aktivieren können

Ich glaube nicht, dass Selbstliebe etwas ist, das wir uns einfach einreden können. Sie darf erfahren werden.


Deshalb beginnt sie für mich nicht unbedingt mit einem Satz wie „Ich liebe mich“, wenn sich dieser Satz im Inneren noch völlig falsch anfühlt. Beginnen darf sie viel kleiner.

Du kannst zum Beispiel damit anfangen, dich selbst jeden Tag einmal wirklich zu fragen, wie es dir geht, und dann tatsächlich auf die Antwort zu hören. Nicht auf das, was du funktionieren möchtest, sondern auf das, was in dir gerade wirklich da ist.

Wenn du traurig bist, darfst du traurig sein.

Wenn du müde bist, darfst du müde sein.

Wenn du Nähe brauchst, darfst du das Bedürfnis nach Nähe anerkennen.

Wenn du Abstand brauchst, darfst du ihn dir geben.

Wenn du überfordert bist, musst du nicht so tun, als wäre alles in Ordnung.


Das klingt vielleicht unspektakulär, aber genau darin liegt eine tiefe Form von Selbstliebe: Ich nehme mich selbst ernst.

Ich höre mir zu.

Ich übergehe mich nicht mehr.

Ein weiterer wichtiger Schritt kann sein, die eigenen Grenzen kennenzulernen. Viele Menschen haben gelernt, Liebe mit Anpassung zu verwechseln. Sie sagen Ja, obwohl sie Nein meinen, sie bleiben in Situationen, die ihnen nicht guttun, und sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinten an, weil sie Angst haben, sonst jemanden zu verlieren.


Aber ein Nein kann liebevoll sein.

Eine Grenze kann liebevoll sein.

Loslassen kann liebevoll sein.

Und manchmal ist die liebevollste Entscheidung, die wir für uns selbst treffen können, eine Situation oder einen Menschen nicht länger festzuhalten.


Sprich mit dir, wie du mit einem geliebten Menschen sprechen würdest

Eine Übung, die sehr viel verändern kann, ist, einmal bewusst darauf zu achten, wie du innerlich mit dir sprichst.


Wenn du einen Fehler machst, was sagst du zu dir?

Wenn du dich im Spiegel siehst, welche Gedanken entstehen?

Wenn etwas in deinem Leben nicht funktioniert, machst du dich dafür verantwortlich?

Und dann stell dir vor, ein Mensch, den du von Herzen liebst, würde dir genau dieselbe Geschichte erzählen.


Würdest du ihm sagen: „Du bist selbst schuld. Du bist nicht gut genug. Du hättest dich einfach anders verhalten müssen“?

Wahrscheinlich nicht.

Du würdest wahrscheinlich versuchen, ihn zu verstehen.

Du würdest ihn trösten.

Du würdest ihm sagen, dass ein Fehler nichts über seinen Wert aussagt.

Und genau diese Haltung dürfen wir langsam auch uns selbst schenken.

Das ist für mich gelebte Selbstliebe.

Nicht perfekt zu sein, sondern liebevoll mit dem Menschen umzugehen, der jeden einzelnen Tag unseres Lebens mit uns verbringt: mit uns selbst.


Der Körper kann ein Tor zurück zur Selbstliebe sein

Auch unser Körper spielt dabei eine grosse Rolle. Wir versuchen häufig, unseren Körper zu verändern, weil wir glauben, dass wir uns erst dann wohl in uns selbst fühlen dürfen.

Vielleicht können wir stattdessen beginnen, wieder in unseren Körper hineinzufühlen.


Lege deine Hände auf dein Herz oder auf deinen Bauch und atme einige Male bewusst. Spüre, dass du da bist. Spüre deinen Atem. Spüre deinen Herzschlag.

Du musst dabei nichts Besonderes fühlen.

Es geht nur darum, wieder Kontakt aufzunehmen.


Viele Menschen leben fast ausschliesslich in ihrem Kopf und merken gar nicht, wie weit sie sich von ihrem eigenen Körper entfernt haben. Dabei ist der Körper ein Zuhause. Er begleitet uns durch dieses gesamte Leben.


Vielleicht kannst du ihm deshalb irgendwann nicht mehr nur die Frage stellen: „Wie sehe ich aus?“, sondern: „Wie geht es dir?“

Das verändert die Beziehung zu sich selbst.


Auch die Natur kann uns helfen, uns wieder zu erinnern

Für mich ist die Natur dabei ein besonders kraftvoller Raum. Wenn ich mich im Wald aufhalte, habe ich oft das Gefühl, dass all die Vorstellungen davon, wie ich sein müsste, ein wenig leiser werden.

Ein Baum muss nichts beweisen.

Er muss nicht schneller wachsen als der Baum neben ihm.

Er muss nicht schöner sein.

Er muss nicht produktiver sein.

Er ist einfach.


Und vielleicht können wir von dieser Qualität lernen.

Wenn du möchtest, kannst du dir einen Baum suchen, bei dem du dich wohlfühlst. Berühre seine Rinde oder lehne dich an seinen Stamm. Wenn du dich mit Naturwesen oder der schamanischen Vorstellung von Baumgeistern verbunden fühlst, kannst du in Gedanken um Unterstützung bitten.

Du kannst dir vorstellen, dass der Baum dir hilft, all das abzugeben, was du nicht länger mit dir herumtragen möchtest: die Urteile anderer Menschen, alte Erwartungen, die Vorstellung, nicht gut genug zu sein, und vielleicht auch die Angst, dass du ohne die Liebe eines anderen Menschen nicht vollständig bist.


Dabei geht es nicht darum, dass der Baum oder ein Naturwesen deine Arbeit für dich übernimmt. Vielmehr kann dieses Ritual deinem Inneren eine Sprache geben. Ein Symbol. Einen bewussten Übergang.

Du gibst etwas ab und machst dadurch Raum für etwas Neues.

Vielleicht legst du anschliessend deine Hand auf dein Herz und stellst dir vor, dass du dich selbst wieder empfängst.

Nicht als jemand anderen.

Sondern als dich.


Ein Rosenquarz kann zum Symbol werden

Auch ein Rosenquarz kann dich auf diesem Weg begleiten. Nicht, weil ein Stein die Verantwortung für deine Selbstliebe übernehmen könnte, sondern weil Symbole eine wunderbare Kraft besitzen. Sie erinnern uns an etwas, das wir im Alltag schnell wieder vergessen.


Du kannst den Rosenquarz beispielsweise morgens in deine Hand nehmen und für einen Moment ruhig werden. Vielleicht fragst du dich, wie du an diesem Tag liebevoller mit dir umgehen kannst. Vielleicht bedeutet das, eine Grenze zu setzen. Vielleicht bedeutet es, eine Pause einzulegen. Vielleicht bedeutet es, deinem Körper etwas Gutes zu tun. Vielleicht bedeutet es auch, jemandem nicht mehr hinterherzulaufen, der dir seine Liebe nicht freiwillig schenken möchte.


So wird der Stein zu einem Anker.

Nicht zu einer magischen Lösung.

Sondern zu einer Erinnerung.


Selbstliebe bedeutet nicht, niemanden mehr zu brauchen

Das ist mir besonders wichtig.

Selbstliebe bedeutet nicht, dass wir keine anderen Menschen mehr brauchen.

Wir dürfen uns nach Partnerschaft sehnen. Wir dürfen Nähe brauchen. Wir dürfen uns wünschen, gehalten und verstanden zu werden. Wir dürfen uns verlieben und unser Herz verschenken.

Selbstliebe bedeutet nicht, dass wir sagen: „Ich brauche niemanden.“


Vielleicht bedeutet sie vielmehr: „Ich brauche niemanden, um vollständig zu sein, aber ich darf mich aus meiner Ganzheit heraus mit dir verbinden.“

Das ist etwas vollkommen anderes.

Dann wird Liebe zu einem Teilen und nicht zu einem Suchen.

Ich muss dich nicht lieben, damit du mir etwas gibst.

Ich darf dich lieben, weil ich Liebe in mir trage.

Und du darfst mich lieben, weil auch du Liebe in dir trägst.

Dann entsteht zwischen zwei Menschen nicht mehr dieses Gefühl: „Du musst die Lücke in mir füllen.“

Es entsteht vielmehr: „Ich bin ganz. Du bist ganz. Und wir dürfen uns begegnen.“

Vielleicht ist das die Form von Liebe, nach der wir uns eigentlich alle sehnen.


Vielleicht ist die Liebe nie verschwunden

Wenn ich heute auf mein eigenes Leben zurückblicke, sehe ich manche Erfahrungen noch immer mit Traurigkeit. Ich möchte nicht so tun, als wäre alles, was passiert ist, plötzlich wunderschön, nur weil ich eine spirituelle Bedeutung darin gefunden habe. Manche Erfahrungen tun weh. Manche Menschen haben uns verletzt. Manche Dinge hätten anders laufen dürfen.


Aber ich kann heute entscheiden, was ich daraus mache.

Und vielleicht ist genau darin meine Freiheit.

Ich muss nicht mehr darauf warten, dass ein anderer Mensch mir beweist, dass ich liebenswert bin.

Ich kann beginnen, mir selbst diesen Beweis zu geben.

Jeden Tag ein kleines Stück.


Indem ich mir zuhöre.

Indem ich meine Grenzen achte.

Indem ich mich nicht mehr für meine Gefühle schäme.

Indem ich meinem Körper mit Respekt begegne.

Indem ich meine Vergangenheit nicht mehr gegen mich verwende.

Indem ich mir Fehler verzeihe.

Indem ich Menschen loslasse, die mir nicht das geben können, was ich brauche.

Und indem ich mich immer wieder daran erinnere, dass mein Wert niemals davon abhängig war, ob jemand anderes ihn erkennen konnte.


Vielleicht ist Selbstliebe deshalb gar kein Ziel, das wir irgendwann erreichen.

Vielleicht ist sie eine Rückkehr.

Eine Rückkehr zu uns selbst.

Eine Rückkehr zu unserem Körper, zu unserem Herzen und zu unserer eigenen Wahrheit.

Eine Rückkehr zu der Erkenntnis, dass wir nicht erst durch einen anderen Menschen ganz werden.


Und vielleicht ist es genau das, was wir auf dieser Erde immer wieder lernen dürfen: Wir erleben die Trennung, damit wir uns nach der Einheit sehnen. Wir vergessen, damit wir uns erinnern können. Wir suchen die Liebe im Aussen, bis wir irgendwann verstehen, dass wir selbst der Ort sind, an dem diese Suche enden darf.


Vielleicht warst du niemals von der Liebe getrennt.

Vielleicht hast du nur vergessen, wo du sie suchen musst.

Und vielleicht musst du gar nicht irgendwohin gehen, um sie wiederzufinden.

Vielleicht musst du nur still werden.

Nach innen schauen.

Und anfangen, dich selbst wieder nach Hause zu holen.

 
 
 

3 Kommentare

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Bernhard
vor 5 Tagen
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Liebe Elionora,

Manchmal vergessen wir in den schwierigsten Zeiten, dass wir nicht nur einen Verstand haben, der nach Antworten sucht, sondern auch eine Seele, die den Weg bereits kennt. Aus schamanischer Sicht ist jede Lebenskrise eine Einladung, kurz innezuhalten und sich wieder mit dem eigenen Herzen zu verbinden. Selbstliebe bedeutet nicht, immer stark sein zu müssen. Es bedeutet, sich selbst auch in dunklen Momenten mit Mitgefühl zu begegnen und daran zu erinnern, dass der eigene Wert niemals verloren geht. Die Natur zeigt es uns jeden Tag: Nach jeder Nacht folgt ein neuer Morgen, nach jedem Winter erwacht neues Leben. Möge jeder Mensch, der gerade durch eine schwere Zeit geht, den Mut finden, der inneren Stimme zu vertrauen und Schritt für…


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Maria
09. Aug.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Das ist ein so wichtiges Thema. Ich muss da noch viel lernen.

Eleonora danke für deine Arbeit es ist immer eine Freude deine Blogbeiträge zu lesen. Man fühlt sich immer wohl behütet und verstanden 💝

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Eleonora Hammer
Eleonora Hammer
09. Aug.
Antwort an

Vielen Dank liebe Maria 🫶 Das freut mich sehr das du dich wohl fühlst! Liebe Grüsse Eleonora

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